Gesichter eines Wandels - Stadtgeschichten. Aschersleben - Köthen - Halberstadt - Lutherstadt Eisleben. Internationale Bauausstellung (IBA) Stadtumbau Sachsen-Anhalt 2010 von Cornelia Heller Anderbeck Verlag - 2008
Frank Nitsche
Kunstlehrer aus Leidenschaft. Maler mit wunderbarer Begabung. Wo er arbeitet, wird die Welt zum Atelier. Ob im großen Licht durchfluteten Zeichensaal des Stephaneums hoch oben über der Stadt oder in seinem privaten Refugium im ausgebauten Dachgestühl seines Hauses. Frank Nitsche, seit 1984 in Aschersleben zu Haus, lebt für die Kunst. Er ist ein ruhiger Denker, ein guter Zuhörer. Arbeiten seiner Schüler zeigt er schneller, stolzer, als seine eigenen Bilder, die, oft in satten Farben an Kindheit und Kindsein erinnern, Grenzen zwischen Spiel und Wirklichkeit, Traum und Realität ausloten.
Er ist ein Weltenwandler, mit festen Wurzeln im Hier und Jetzt. Sein Anliegen, Jugendliche künstlerisch und kreativ zu fördern, setzte er 1990 mit der Gründung und bis 1994 Leitung einer „Malschule“ des damaligen Landkreises Aschersleben-Staßfurt um. Es war ein Ort jenseits von routinierter Schulatmosphäre mit Klingel und Plan. 1999 gab er die künstlerische Leitung ab, nachdem die „Malschule“ der Kreisvolkshochschule zugeordnet worden war, und bildete sich künstlerisch weiter, studierte an der HGB Leipzig, der Burg Giebichenstein Halle (Saale) – der Hochschule für Kunst und Design.
Nun, im Rahmen der IBA, könnte die Idee von der „Malschule“ wieder zu neuem Leben erwachen. „Eine ‚Jugendkunstschule’, gar als Landesprojekt, vielleicht mit Modellcharakter, würde Aschersleben gut stehen“, meint er. „Kunst, Musik und Theater an einem Ort für alle und ganztags, da kann ganz anderes geleistete werden, als Unterricht das je vermag.“ Bestens aufgehoben wäre das Projekt an jener Stelle, wohin sich wie von selbst der Blick aus den Fenstern seines Zeichensaals lenkt: im „Bildungszentrum Bestehornpark“, dem Herzstück der Internationalen Bauausstellung Stadtumbau 2010.